Vita / Meine Arbeitsweise

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Beschreibung des Shops


Marlene Mintert
geboren in Eschweiler Krs.Aachen
Grafik-Design-Studium an der FH Düsseldorf
Abschluß als Grafik-Designerin
Berufstätigkeit als Grafikerin im Bereich Werbung
Freischaffende Künstlerin
Einrichtung einer Radierwerkstatt
Zahlreiche Ausstellungen
Grafik-Editionen
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler/innen (BBK)

Ich bevorzuge das grafische Verfahren der Radierung als künstlerisches Ausdrucksmittel. Für mich ist die relativ kleine Fläche der Kupfer- oder Zinkplatte eine Herausforderung, weil das Aktionsfeld begrenzt ist. Darin ist vordergründig eine Beschränkung zu sehen, ich finde es aber reizvoll, mich zeichnerisch und bildnerisch auf diese formative Vorgabe zu konzentrieren.

Meine Themen und Motive sind so vielfältig wie das Spektrum meiner Wahrnehmungen. Sie umfassen beispielsweise die Morbidität abblätternder Farbreste alter Hausfassaden und das stille Leben einer Früchte- und Gemüse-Inszenierung, Aktdarstellungen und Objekte mit Vergangenheit wie alte Teddybären.

Mein Blickwinkel ist der einer realistischen Zeichnerin, die ihre Lust am Schauen und die ganze Vielfalt des Vorgefundenen mit dem Wunsch des Festhaltens verbindet, wobei sie nicht müde wird, dieses auf der Platte zu etablieren.

Ich beginne mit Ideenskizzen auf Papier, lege damit die Schwerpunkte der Komposition fest. Mit der spitzen Stahlnadel ritze ich dann die Zeichnung in die Wachs-Harz-Schicht, in den Ätzgrund auf der Platte. Das Radieren wird durch die drei Elemente Punkt, Strich und Fläche bestimmt. Durch das Zusammentreffen von Punkten und Linien entstehen Verdichtungen, ihr Fehlen erzeugt Öffnungen und Freiräume.

Beim Ätzvorgang im Säurebad greift die Säure das Metall dort an, wo ich die Zeichnung eingeritzt habe. Die nicht vollständig berechenbaren chemischen Reaktionen offenbaren mir so etwas wie ein Eigenleben der Platte. Zufällig entstandene lineare Strukturen auf der Platte beziehe ich immer wieder in meine Konzeptionen mit ein. Dadurch kommt es oft zu einer Veränderung der ursprünglichen Entwürfe, Zufälligkeiten werden so zu unverzichtbaren Bestandteilen der Kompositionen.

Nach jedem Ätzvorgang zeigt sich der Arbeitsfortschritt in einem Probedruck von der Druckpresse. Korrekturen und Ergänzungen skizziere ich dann direkt auf diesem Blatt um mich dann wieder der Platte zuzuwenden.

Die durch die Ätzvorgänge initiierten Überraschungen und Veränderungen der Konzeptionen wechseln sich immer wieder ab mit der disziplinierten Rückkehr zum darstellerischen Ursprung, zu den Elementen Punkt und Linie, zum freihändigen Zeichen mit der Radiernadel im Ätzgrund. Mir kommt es dabei sehr auf Details an, denen ich mich so lange ausgiebig widme, bis ein befriedigender Zustand erreicht ist, der mir durch einen letzten Probedruck offenbar wird.

Mit der Farbgestaltung beginnt eine neue Phase. Dabei lege ich großen Wert auf die weitgehende Freiheit, die mir durch das Auftragen aller Farben auf der einen Platte gegeben ist. Ich experimentiere mit verschiedenen Farbtönen, Übergängen und Vermischungen, so dass die verschiedensten Varianten entstehen.
Die bevorzugte Farbgebung finde ich erst nach mehreren Versuchen, wenn ich eine angemessene Übereinstimmung zwischen der geätzten Zeichnung auf der Platte und dem farbigen Pressendruck erreicht sehe. Da ich nur selten eine größere Anzahl von Drucken von derselben Platte nacheinander anfertige, sind die Farbgebungen oft von momentanen Stimmungen abhängig und damit auch zeitbezogen.

Mit dem Signieren und Nummerieren eines neu gedruckten Exemplars meiner Original-Radierungen ist für mich die Arbeit vollendet.

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